Umbruch im Schwabinger Norden

Wer im nördlichen Schwabing unterwegs ist, der sieht an vielen Orten Baustellen und neue Wohn- oder Bürohäuser. Ich habe mich heute mit der Kamera auf den Weg gemacht und einige Beispiele dieses Wandels gesucht.

Mein Spaziergang beginnt am Parzivalplatz, wo eine 42.000 Quadratmeter große Fläche zum Neubau bereit steht. Wo sich bis letztes Jahr die Schwabinger Metro Filiale und das Holiday Inn Hotel befanden, sollen nun Büro- und Gewerbeflächen sowie etwa 375 Wohnungen entstehen.

Baugrube des alten Metro-Geländes

Besonderes Highlight hier ist, dass die Trambahn mithilfe einer Brücke direkt über die riesige Baugrube fährt. Für mein nächstes Ziel nehme ich auch gleich die Straßenbahn und fahre eine Station zum Münchner Tor.

Trambahn an der Anni-Albers-Straße

Der Name der Haltestelle stammt vom gleichnamigen Bürogebäude der Munich RE, welches sich dort befindet. Dieses wiederum erhielt den Namen “Münchner Tor”, weil es zusammen mit den Highlight Towers ein Ensemble bildet, das sowohl den Mittleren Ring, als auch das Ende der A9 umschließt.
Von hier aus können Fußgänger und Radfahrer auf einer neuen Brücke gemeinsam mit der Trambahn den Mittleren Ring überqueren. Im Anschluss daran erreicht man das südliche Ende der Parkstadt Schwabing, einem weiteren Neubaugebiet, welches inzwischen nahezu komplett fertig ist. Auch für die Verkehranbindung ist bereits gesorgt, seit Ende 2009 verkehrt die schon angesprochene Trambahnlinie 23 durch das neue Viertel bis zum Frankfurter Ring.

Die Wohnanlagen in der Parkstadt Schwabing bestehen zumeist aus 3- oder 4-stöckigen Mehrfamilienhäusern und strahlen in den verschiedensten Farbtönen, besonders jetzt im Herbst leuchtet das Viertel in allen Farben.

Leuchtene Häuserfassaden in der  Parkstadt Schwabing

Trotz allem wirken die Straßen und Plätze zum Teil leblos, es fehlt noch an gewachsenen Strukturen in der seit dem Jahr 2000 erbauten Siedlung. Hierzu trägt wohl auch bei, dass viele Flächen mit Bürohäusern bebaut sind. Neben den bekannten Highlight Towers und einem Hotel findet man zahlreiche Schriftzüge aufstrebender IT-Unternehmen an den verglasten Fassaden der Gebäude.

An der Domagkstraße, dem momentan nördlichen Ende der Parkstadt Schwabing angekommen, fällt der Blick auf ein 84 Meter hohes Haus und das umgebende Ensemble mit dem Namen m.pire. Hier sind bereits einige namhafte Firmen eingezogen, darunter Amazon und Osram. Zusammen mit den Highlight Towers im Süden bildet das Hochhaus eine optisch interessante Achse parallel zur Autobahn A9.

Der Bürokomplex m.pire an der Domagkstraße

In den kommenden Jahren wird in unmittelbarer Nähe zum Frankfurter Ring ein weiteres Neubaugebiet auf der Fläche der ehemaligen Funkkaserne entstehen. Doch schon heute zeigt sich für mich, dass die Parkstadt Schwabing die selben Probleme offenbart, wie auch das Neubaugebiet Messestadt. Es fehlt an kleinen Geschäften, es fehlt an Flair. Insbesondere an Sonntagen sind gassigehende Hunde mitsamt Frau- oder Herrchen die Einzigen, die man trifft.

Für mich ist es trotzdem sehr interessant gewesen, dieses recht neue Stadtviertel (welches laut Immobilien-Jargon mitten in Schwabing liegt) näher zu erkunden. Ich bin gespannt, wie es sich in den nächsten Jahren entwickelt.

Ein Gedanke zu „Umbruch im Schwabinger Norden

  1. Koazuagroasda

    Tolle Fotos!
    Hoffentlich schaffen es die Verantwortlichen die entstehenden Neubauflächen so zu gestalten, daß sich ein lebenswertes Stadtviertel mit einem attraktiven Mikro-Zentrum entwickeln kann. Eine gemischte Bevölkerungsstruktur, ein kleiner Marktplatz für einen Wochen- oder Bio-Markt, ein Kindergarten und ein paar Cafés und Restaurants, das würde man den neuen Anwohnern doch wünschen!

    Antworten

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